Phantomlohngefahr bei Mindestlohn und Entgeltabrechnung

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Bei den Sozialversicherungsprüfungen durch den Prüfdienst der Deutschen Rentenversicherung droht den Arbeitgebern verschärft seit 2019 vor allem bei Teilzeit und Minijobs noch mehr Ärger. Zahlen Arbeitgeber – mit oder ohne Zustimmung der Arbeitnehmer – weniger Arbeitsentgelt als gesetzlich oder tariflich vorgesehen, entsteht in der Sozialversicherung der sogenannte „Phantomlohn“.

Dieser Begriff bezeichnet die Verpflichtung, beim Berechnen von Steuern und Abgaben zwischen gezahltem und geschuldetem Lohn zu unterscheiden. Anders als in der Sozialversicherung, müssen im Steuerrecht (Lohn-) Steuern nur abgeführt werden, wenn Entgelt dem Mitarbeiter tatsächlich zufließt. Die abzuführenden Beiträge zur Sozialversicherung jedoch ergeben sich aus dem Arbeitsentgelt, das ihm aufgrund gesetzlicher oder tariflicher Regelungen grundsätzlich zusteht. Und zwar selbst dann, wenn er diesen Betrag gar nicht voll erhält.

Hier muss der Arbeitgeber die Sozialabgaben auf einen gar nicht gezahlten, also Phantomlohn, zahlen. Dabei hat er sowohl den Arbeitgeber- wie auch den Arbeitnehmeranteil zu tragen – zahlt er nicht, droht ihm unter Umständen sogar ein Strafverfahren. Insbesondere passieren können folgenschwere Fehler bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, beim Urlaubsgeld, bei Teilzeitarbeitern sowie bei Minijobs. Dies droht auch bei anderen Zahlungen.

Urlaubsgeld
errechnet sich aus dem Durch­schnittsverdienst der letz­ten 13 Wochen vor dem Urlaub. Dazu zählen Provisionen, Feiertags-, Nacht- und Sonntagszuschläge sowie Erschwernis- und Gefahrenzulagen. Wer diese vergisst, produziert Phantomlohn. Die Berechnung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall basiert auf der Vergütung der letzten zwölf Monate. Inklusive Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie Prämien, Provisionen, Sachbezüge. Auch hier entsteht durch falsche Berechnungen leicht Phantomlohn.

  • Bedeutung des Phantomlohns in der Sozialversicherung und in der Entgeltabrechnung
  • Anspruchsgrundlage in der SV § 22 SGB IV
  • Beitrags- und versicherungsrechtliche Folgen durch Phantomlohn vorbeugen
  • Beispiele für die Phantomlohnproblematik
  • § 1 Mindestlohngesetz (2020 = 9,35 €)
  • Berücksichtigung Zulagen und Zuschläge
  • Nicht berücksichtigungsfähige Zulagen
  • SV- maßgebliches Entgelt für die Entgeltabrechnung
  • Wirkung des arbeitsrechtlichen Entgeltanspruchs auf die Sozialversicherungsbeiträge
  • Entstehungsprinzip und Zuflussprinzip in der Sozialversicherung
  • Entstehungsprinzip bei laufendem Arbeitsentgelt
  • Zuflussprinzip in der Sozialversicherung bei Einmalzahlungen
  • Was passiert bei einem Lohnverzicht in der Sozialversicherung?
  • Weitere Problemfelder für Phantomlohn: Arbeit auf Abruf; Lohnersatzleistungen; nicht ausgezahltes Urlaubsentgelt (Urlaubsgeld), geringfügig Beschäftigte
  • Tipps zur Vermeidung der Nacherhebung von Sozialversicherungsbeiträg

Referent(en)

Bernd Dondrup
Bernd Dondrup